Es war einmal ...
... eine Dame, nicht mehr ganz jung, die sich in den Kopf gesetzt hatte etwas Besonders zu machen. Nicht, dass es ihr langweilig gewesen wäre, aber das gewisse Etwas fehlte noch.
Aus heiterem Himmel traf sie das, was manche Geistesblitz nennen. Sie fing an zu nähen - eigentlich ganz unspektakulär. Nein! Nichts zum Anziehen! Sie hatte die aberwitzige Idee, große, intakte Stoffe zu zerschneiden und diese dann wieder zusammen zu nähen.
Wider Erwarten funktionierte es überraschend gut und es entstanden mehrere Kissen, Taschen, Täschchen und sogar Decken. Durchaus auch komplizierte Dinge.
So weit, so gut. Eines Tages tauchte aus dem Nichts die Idee auf, Herzen aus kleinen Schnipseln zu einem Herzerlquilt zu verarbeiten.
Die Idee war geboren und wurde sofort umgesetzt. Hab ich schon erzählt, dass die Dame nicht unbedingt als geduldig bezeichnet werden kann? Gedacht - getan, jedenfalls war das Top in Windeseile fertig.
Da erschien eine Fee und ließ beiläufig den Satz fallen: "du hast den Hintergrundstoff doch hoffentlich vorher gewaschen, der läuft nämlich stark ein."
Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, was so eine kleine Bemerkung für einen Schrecken verursachen kann. Natürlich hatte sie nicht! Was also tun? Den Einwand ignorieren und risikoreich weitermachen? Oje! Erstmal liegen lassen und in Ruhe nachdenken. Von wegen Ruhe in so einem Fall wenn quasi das Sandwich schon auf der Lauer liegt - ach was sag ich: im Kopf war es schon fertig!
Also, ihr könnt es euch sicher denken, zwei Tage später wurde das Top schweren Herzens wieder aufgelöst, der Hintergrundstoff von den Herzen getrennt. Da die Herzerl selber auch Quadrate aus dem verdächtigen Stoff enthielten wurde eins davon probegewaschen; das war ok, die wenigen Teilchen durften bleiben.
(Denn die auch noch auftrennen zu müssen wäre der worst case gewesen.)
Damit war aber auch die Luft, sprich Energie, wie weggeblasen. Und so kam es wie es kommen musste, der so furios gestartete Herzerlquilt verschwand in der Versenkung. Wochen, sogar Monate vergingen. Die Herzerl ließen nichts unversucht, sich in Erinnerung zu bringen. Ganz unverschämt schoben sie sich in den Vordergrund der unfertigen Objekte und sogar in die to-do-Liste des Blogs mogelten sie sich! Doch die Dame blieb hart und wollte nichts mehr davon wissen, sie leugnete sogar sich selbst gegenüber, dass es sie jemals gegeben hatte.
Bis eines Tages, fast ein Jahr nach dem hoffnungsvollen Beginn, der Zufall half (oder die gute Fee im Hintergrund des Hirnkasterls ein Machtwort sprach). Der besagte Sonntag stand voll im Zeichen des Nähens. Für das geplante Nähwerk fehlte ganz überraschend der allerwichtigste und optimalste Stoff. Sehr ärgerlich! Was tun? Die vorhandene Energie nutzlos verpuffen lassen? DER HERZERLQUILT! schoss es der Dame durch den Kopf. Der Hintergrundstoff wartete ja gewaschen auf den Einsatz. Jetzt oder nie!
Und siehe da, es lief wie am Schnürchen. Und plötzlich war sogar noch eine neue Idee da, nämlich in die Shashings noch Dreiecke einzuarbeiten - es waren ja noch genug übrig geblieben. Wie schön. Und nicht genug damit, wo es vor einem Jahr noch Probleme gab, waren diese wie weggewischt.
Der Herzerlquilt hätte über das ganze Gesicht gestrahlt - wenn er ein's gehabt hätte. Und so blieb mir nichts anderes übrig als selbst zu strahlen und mich zu freuen.
Und die Moral von der Geschicht: Dränge nicht, bleib locker und lass die Zeit arbeiten. Dann lösen sich Probleme meist von allein.
Hier ist es: das fertige Top.
In null-komma-nichts. Wie meistens ein bißchen ungewöhnlich. Die "unpassenden leeren Flächen" ? Zum Teil sogar in etwas hellerer Farbe! Was soll das denn ? Naja, manchmal muss man aus der Not eine Tugend machen, ihr wisst ja nichts ist ungewollt! Und ihr werdet sehen, das ändert sich alles mit dem Quilten.
Und wie immer: Quiltmuster zwar im Kopf - aber !! die Umsetzung !! (ich glaub, ich muss nochmal einen Quiltkurs buchen).
Bis demnächst, ich hoffe ihr hattet ein wenig Spaß an der Geschichte
eure eSTe
Teil 2 Teil 3 - Happy End