Hallo ihr Lieben,
tja der erste Zeigetag - und die Befürchtung, nix zeigen zu können. Ich war im ersten Monat des Jahres vorwiegend im Ufo-Vermeidungskampf ;-)), d. h. mit Dingen beschäftigt, denen ich ein Ufo-Dasein ersparen will. Ist ja auch wichtig!
Je näher der letzte Donnerstag im Januar kam, umso nervöser wurde ich. Was aus meiner Liste, ist denn schnell zu bewerkstelligen? war die Frage aller Fragen. Die Topflappen oder die Filztasche?
Die Wahl fiel auf
die Filztasche.
Die Ausgangslage hatte ich schon vor einigen Jahren geschaffen:
Das Teil ist sozusagen aus dem fast nix entstanden (nur aus gefärbter Schafwolle), wurde komplett nassgefilzt, leider könnt ihr hier die schöne Struktur nicht sehen. Die Verzierungen wurden später aufgenadelt. Es handelt sich hier sozusagen um eine Rohfassung auf einen Streich.
Der Plan war, das Werk zu dritteln und so in Vorderseite (linkes Drittel), Rückseite (mittleres Drittel) und die Taschenklappe (rechts Drittel) einzuteilen.
So weit so gut, doch dann wusste ich nicht mehr weiter. Der "bucklige" (unregelmäßige) Rand war ja gewollt. Wie sollte ich das Ding denn seitlich zusammennähen und diesen trotzdem erhalten? Die Zeit war noch nicht reif dafür, es wurde zum Ufo.
Dummerweise hatte ich auch neuerdings noch keinen blassen Schimmer wie ich nun vorgehen sollte, also habe ich wieder alles abseits geschoben, aber immer in Blickweite gelassen und nun intensiv mein Unterbewusstsein aufgefordert, an einer Lösung zu arbeiten. Wisst ihr was ich damit meine?
Jedenfalls hat es, wie so oft, funktioniert. Ganz vage entstand eine Idee, die ich nur noch Schritt für Schritt aus- bzw. aufbauen musste.
Klar war, die Seiten kann ich nicht zusammen nähen ohne die Struktur der ganzen Tasche zu "glätten". Also mussten Seitenteile her - eine Innentasche bzw. ein Futter musste das Gerüst bilden. Folglich waren ein Rechteck, zwei Dreieckteile für die Seiten (damit die Tasche sich ein stückweit öffnen lässt) und eine Trägerlösung nötig. Die erste Aufgabe war, abmessen und Schnitt erstellen.
Mit Papier erprobte ich die Machbarkeit/Passgenauigkeit - schien möglich. Dann der Stoffzuschnitt (zunächst aus einem Stoffrest, den ich bei Mißlingen nicht vermissen würde bei dem es dann letztlich aber geblieben ist - hätte ich das geahnt, wär es ein anderer Stoff geworden).
Das Futter in Länge und Breite des Filztops hab ich mit H 630 unterfüttert, dann die Dreiecksseitenteile re auf re angenäht, den oberen Rand eingeklappt und abgesteppt.
So - Futter bzw. die Innentasche ist fertig (auf dem Foto noch nicht versäubert).
Nun zur Gurtlösung: statt starrem Gurtband entschied ich mich für ein ziemlich festes (also wenig dehnbares) Gummiband, das ich zufällig im Bestand hatte (erstaunlich, was man alles hat). Quer an der oberen Rückseite, unterlegt mit dem Trägerband war es schnell angenäht.
Letztlich noch das Annähen der Futtertasche per Hand. Auf die Klappe zwei Verzierungen aus Schildpatt, die mal Teile eines Armbandes waren.
Es gibt keinen Verschluss, die Klappe wird nur umgelegt. Da ich üblicherweise keine Taschenträgerin bin und deshalb auch extrem wenig bei mir habe, bleibt das wenige auch so gut verstaut und muss nicht noch verschlussmäßig gesichert sein.
So, jetzt endlich Fotos der fertigen Tasche ...
... die somit mein erstes beendetes Ufo-Teil dieses Jahres darstellt. Erst die Ufo-Abbau-Aktion brachten mich mit etwas Zeitdruck zu diesem Ergebnis. Also, alles gut!
Mal sehen wie der Februar so verläuft und ob ich dann ein etwas aufwendigeres Projekt zeigen kann, notfalls stehen für ein schnelles Ergebnis ja noch Topflappen oder das Stricktuch zur Verfügung ;-))
Also bis demnächst
liebe Grüße bleibt's gesund
eure eSTe