Hallo ihr Lieben,
mein Wunsch, klar Schiff zu machen, umfasst nicht nur Patchworkarbeiten - seit langer, langer Zeit hängt im Badezimmer ein vor mehr als 100 Jahren handgestickter Vorhang. Natürlich war das in der Entstehungszeit nicht als Vorhang gemacht. Gedient hat sowas
früher als Zierde zum Abdecken eines Bettes (das hing dann bis über die
längsseitige Bettlade), deshalb sind solche Arbeiten auch nicht rundum bestickt. Das Gegenstück lag auf dem anderen Teil des Ehebettes und in der Mitte trafen sich (u.a. 😉) die unbestickten Seiten. Vom Zweck her ist das ganze also verbunden mit den Quilts.
Ich bin sehr froh, dass ich solch schöne Erinnerungsstücke in Gebrauch
haben kann (zumal ich meine Oma noch bis in mein Erwachsenenalter erleben durfte).
In seinem jetzigen Daseinszweck sollte er eigentlich knapp über dem Fensterbrett "schweben", war aber gut 15 cm zu lang. Zudem war nur sehr provisorisch ein einfaches Kräuselband angenäht (weil es halt immer schnell gehen soll und oft kein ultimativ guter Plan vorhanden ist); es ging so lala, aber das Ende der Fahnenstange war noch nicht erreicht.
Ganz bestimmt habt auch ihr Erfahrung mit Provisorien, die sich letztlich als sehr dauerhaft erweisen. Nun war der Plan aber schon überreif, ich kaufte noch im alten Jahr Oesen - ich finde bei dieser Aufhängmethode fällt der Vorhang sehr schön. Dann hat es doch noch einen Monat gedauert bis ich dazu kam. Aber es hat sich rentiert, hier das Ergebnis:
Es gibt kein Vorher-Foto, nur einige vom Arbeitsprozess und dann noch von der Stickerei auf der Aussteuerware meiner Großmutter (dürfte in den 1910er Jahren entstanden sein), die ist auch im Detail sehenswert.
Also zunächst mal wurde das unschöne Kräuselband entfernt und das gute Stück von oben her gekürzt, dann tief umgenäht, damit die Oesen später auf den beiden Stoffschichten sitzen. Die maßgebliche Markierung für die Oesen habe ich mit einem wasserlöslichen Stift angebracht. Folgend Ausmessen der Länge, damit die Abstände gut passen, Innendurchmesser der Oesen aufzeichnen und dann - ganz spannend wegen aufkommender Zweifel ob auch wirklich alles stimmt - die nötigen Löcher in den Stoff schneiden. Ihr könnt hier die Rückseite der Stickereien sehen.
Dann nur noch die Oesen setzen und fixieren.
Die Akzente, die so dezent zusätzlich mit weißem Garn in die untere, blaue Bordüre gesetzt sind, find ich besonders schön.Ebenso die Initialen K und B. Die beiden Ecken sind mit
Engelchen verziert.
Die Rückseite finden bestimmt die Stickerinnen interessant.
Wie so oft keimt der Gedanke auf, warum denn das Geschiebe, wenn der ganze Prozess doch so schnell verläuft?
Scheinbar braucht halt alles den richtigen Zeitpunkt, eins ist jedenfalls gewiss: endlich geschafft und man freut sich riesig.
Übrigens: wir, hier in BY, dürfen
wieder durch blütenweißen,
etwa 20 cm hohen Schnee stapfen.
Habt eine schöne Zeit bis bald
liebe Grüße
eure eSTe
Liebe eSTe,
AntwortenLöschendas hast Du gut gemacht! So wirst Du jeden Tag beim Anblick des neuen Vorhangs ein Lächeln ins Gesicht bekommen!
LG
Elke
Liebe Este,
AntwortenLöschenich finde es super das der Vorhang jetzt Ösen hat l. Er fällt wirklich schön und wäre viel zu Schade für die Tonne. 😊👍 Ach ja die lieben Provisorien....
Mach dir keine Gedanken, Blogger hat irgendwas mit den Kommentaren gemacht, das geht mir auch so. 🙄
Viele liebe Grüße deine nähbegeisterte Andrea 🍀
Ich liebe solch alte Sachen sehr. Ich durfte mal für meine Schwester vier Kopfkissen in Richelieurstickerei vom Flohmarkt zu Gardinen für Erkerfenster vernähen. Das war eine Freude für mich. LG von Rela
AntwortenLöschenLiebe eSTe,
AntwortenLöschenoh ja, die Provisorien! Ich denke da immer an den Ausspruch: Nichts hält so lange, wie ein Provisorium“. Du hast den Vorhang toll gekürzt und mit den Ösen sieht er klasse aus. Deine Oma würde sich bestimmt freuen, dass du ihre Stickerei in Ehren hältst.
Herzliche Grüße
Gudrun
Liebe eSTe, das hast Du toll umgearbeitet und ich bin immer wieder platt mit welch kunstvollen Arbeiten sich unsere Altvorderen beschäftigt haben. So schön, dass Du diese Dinge in Ehren hälst, in dem Du sie weiter benutzt.
AntwortenLöschenGanz liebe Grüße an Dich
Katrin
Solche alten/antiken Stöffchen habe ich auch eins kommt aus dem Jahr 1816...da habe ich tatsächlich Angst hineinzuschneiden. Es ist ein ganz feiner Leinenstoff. Ich muss ihn mal wieder in die Hände nehmen.
AntwortenLöschenViele Grüße und Danke für die Inspiration,
Martina
Super schön hast Du das gemacht. Habe auch noch so viele alte Teile, nicht aus unserer Familie, die wurde ausgesiedelt, aber von Flohmärkten. Lege und hänge aber momentan nichts auf, habe lieber Modernes:-)))) Kommt vielleicht wieder.
AntwortenLöschenLG Eva
Liebe eSTe,
AntwortenLöschenwas für eine schöne Arbeit. Toll das du die würdigst und sie auch gebrauchst. Ich kann mir vorstellen warum das so lang gedauert hat. Die Löcher eben und ob man alles richtig macht. Hast du ja sehr fein hinbekommen. 👍
Auch ich habe noch gestickte Tischdecken von meiner Urgroßmutter. Eine von meiner Tante die deren Mutter gestickt hat. Meine Tante hatte keine Kinder und sie wollte die Decke gut aufgehoben wissen. Ich könnte sie niemals in einfach ab so entsorgen. Also ab werden in die irgendwann auch an meine Kinder weitergegeben.
Liebe Grüße, Marita
Ja, so wird´s sein... alles hat seine richtige Zeit und dann klappt es auch wunderbar, wie man sieht.
AntwortenLöschenNana
Ja die provisorischen Lösungen können lange halten und es kann dauern bis so etwas wieder nach vorne kommt auf der Prioritätenliste.
AntwortenLöschenDeine Gardine ist sehr schön. Die Ösen machen einen schönen Fall.
LG Ute
Liebe Este,
AntwortenLöschenzunächst danke fürs Herienschauen, auf meinem Blog.
Boah, dein Vorhang sieht klasse aus....an Oesen einstanzen, hätte ich mich nicht getraut.
LG Klaudia
Liebe Este,schon lange lese ich immer mal wieder bei dir, heute kommt nun auch mal ein Kommentar. ich bin mega begeistert von dem schönen Vorhang. Eine ganz bewundernswerte Arbeit bei der sogar die Rückseite sehenswert ist.
AntwortenLöschenDeine Oma würde sich bestimmt sehr darüber freuen das du ihre Handarbeit so in Ehren hälst. Liebe Grüße aus Berlin von Claudia
Liebe Claudia, danke dass du bei mir liest und dich nun auch mal per Kommentar meldest. Ich freu mich sehr drüber. Liebe Grüße
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